Was, wenn wir alle nachhaltig werden?

Wiebke Brüssel

Oktober 2020

20-2020

Im November findet in Bremen eine ganz besondere Themenwoche statt. Unter dem Motto „Eine Welt, eine Woche, 17 Ziele“ veranstaltet das Bremer entwicklungspolitische Netzwerk (BeN) zusammen mit vielen anderen Organisationen eine Veranstaltungsserie Sustainable Development Goals, kurz SDGs.

Wie der Titel verspricht, können Interessierte die Ziele und ihre Bedeutung an vielen Orten in Bremen kennenlernen. Ich selbst unterstütze dieses Event tatkräftig. Als Teil eines Teams ehrenamtlicher Klimacoaches im Klimaquartier Ellener Hof informiere ich Interessierte über Ziel 13, den Klimaschutz.

 

Die SDGs sollten in der Strategie jedes Unternehmens eine wichtige Rolle spielen. Stellen Sie sich vor, was (mit) der Wirtschaft passieren wird, wenn wir alle nachhaltig werden? Ich selbst habe mich schon vor langer Zeit für einen nachhaltigen Lebensstil entschieden, noch bevor Marketing-Experten die Zielgruppe der LOHAS (Menschen mit einem Lifestyle of Health and Sustainability) entdeckten. Seitdem bin ich als Konsumentin für immer mehr Produzenten und Händler nicht mehr erreichbar. Und damit liege ich voll im Trend, denn wir werden immer mehr. Da Menschen wie ich

 

  • Fans von Reparieren, Recycling, Second Hand und Sharing Economy sind,
  • wenig konsumieren und wenn, dann Konsumentscheidungen sorgfältig und gut informiert treffen,
  • beim Einkauf die Produktbeschreibungen lesen und die Packung wieder zurücklegen, wenn sie Inhaltsstoffe wie Palmöl oder Mikroplastik entdecken,
  • Anbieter bevorzugen, die authentisch nachhaltig produzieren und auch bei ihren Rohstoffen dafür sorgen, dass die an der Lieferkette Beteiligten fair bezahlt werden,
  • Plastikverpackungen so weit wie möglich meiden,
  • zum Einkaufen kurze Wege nutzen und so viel wie möglich im eigenen Quartier erledigen, statt in die Innenstadt zu fahren, und
  • sich über soziale Medien gut vernetzen,

 

sind wir eine echte Herausforderung.

 

Als Strategie-Expertin empfehle ich allen Branchen, sich rechtzeitig mit diesem Megatrend zu befassen und zu prüfen, ob die eigene Strategie (wenn es eine gibt) SDG-fähig ist. Das lohnt sich, denn echte Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Marketing-Vorteil, sie macht Arbeitgeber attraktiv. Und wer weiß, wie lange es noch dauert, bis sich dieser Trend auf das komplette Wirtschaftssystem auswirkt. Vermutlich wird das spätestens dann passieren, wenn die Fridays-for-Futures ins Berufsleben einsteigen und Kaufkraft entwickeln. Unternehmen, die rechtzeitig die Nase vorn und damit den richtigen Riecher haben, sind auf jeden Fall im Vorteil. Zusätzlich tun sie unserer Welt einen richtig großen Gefallen.

 

Wer mehr über die SDGs und ihre Bedeutung wissen möchte, kann einen Blick in die eine oder andere meiner Kolumnen der letzten Jahre werfen – oder sich Zeit für die SDG-Woche nehmen. Treffen Sie Vertreterinnen und Vertreter von Organisationen, die sich aktiv für eine lebenswerte Welt einsetzen und dabei einen richtig guten Job machen. Auch ich würde mich sehr freuen, wenn Leserinnen und Leser meiner Kolumne am 11.11. im Klimaquartier Ellener Hof vorbeischauen. Mehr Informationen zu allen Terminen gibt es hier: https://www.ben-bremen.de/index.php/projekteschwerpunkte/un-entwicklungsziele/650-sdg-aktionswoche.

 

Viel Spaß dabei und einen schönen November.

 

Über die Autorin

 

Wiebke Brüssel ist Diplom-Betriebswirtin und Geschäftsführende Gesellschafterin des Strategiebüro Nord.

 

Das Strategiebüro Nord arbeitet für Unternehmen und Organisationen im privaten, sozialen und öffentlichen Bereich, für Gründer und für Firmen am Anfang ihrer Entwicklung.

 

Dabei geht es um individuelle Fragestellungen, die sich oft aus den Trends unserer Zeit ergeben. Hierfür entwickeln wir lösungsoffen und teamorientiert strategische Konzepte, die langfristig den Erfolg sichern.

 

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Dieser Beitrag erschien im Oktober 2020 auf den Exxtra Seiten Bremen
(
www.exxtraseiten.de).

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