Veranstalten mit gutem Gewissen

Wiebke Brüssel

Juli 2019

 

Vor ein paar Wochen hatten wir die Gelegenheit, an einer sehr inspirierenden Veranstaltung teilzunehmen.

 

Das Thema war „Nachhaltig Veranstalten“. Ich hatte mich bisher nicht viel damit beschäftigt. Generell übernehmen unsere Kunden die Organisation der Veranstaltungen, für die sie uns dann als Moderatoren buchen. Doch es lohnt sich, die Möglichkeiten zu kennen, was Veranstalter besser machen können.

Als Moderatorin und Teilnehmerin an vielen Vorträgen, Tagungen und Workshops freue ich mich immer, wenn Müll vermieden wird. Bei einer großen Veranstaltung wurden beispielsweise Speisen in kleinen Weck-Gläsern serviert. Die sind sehr stabil und hinterlassen keinen Müll. Aber es gibt noch viel mehr Ideen und Möglichkeiten. Hier eine kleine Auswahl meiner persönlichen „Aha-Momente“:

  • Bevor umfangreiche Reiseaktivitäten entstehen, kann geprüft werden, ob es auch andere Möglichkeiten (Skype, Videokonferenz) gibt. In manchen Fällen ist ein persönliches Treffen wichtig, manches kann aber auch anders geregelt werden. Am Anfang unserer Selbständigkeit haben wir ein amerikanisches Unternehmen bei der Strategieentwicklung unterstützt – komplett per Mail und Skype von Deutschland aus. Das hat sehr gut funktioniert.

  • Bei der Auswahl des Ortes kann auf eine gute ÖPNV-Anbindung und sichere Fahrradabstellplätze geachtet werden. Kostenpflichtige Veranstaltungen können die Organisatoren mit Anreizen verknüpfen, den ÖPNV zu nutzen: Wie wäre es mit einem Kombi-Ticket für die Veranstaltung und die Nutzung von Bus und Bahn bei der Anreise?

  • Für Anreisende mit dem Auto könnte über die Anmelde-Website des Veranstalters eine Plattform für Mitfahrgelegenheiten angeboten werden.

  • Statt Handouts in großer Menge zu drucken und auszulegen, können Dateien im Anschluss gemailt werden (das machen zum Glück auch schon viele Referenten).

  • Von Info-Material kann ein Belegexemplar ausgelegt werden. Wem es gefällt, findet auf einem Aufsteller einen QR-Code, über den sie oder er auf die Bestell-Web­site gelangt.

  • Ein richtig weites Feld ist das Catering. Ich bin begeistert, wenn ganz einfache Lösungen gefunden werden, wie die schon erwähnten Weck-Gläschen und große Krüge mit Leitungswasser (vor allem hier in Bremen ist das Wasser wirklich gut). Viele Lebensmittel können aus regionaler Erzeugung und zu fairen Preisen gekauft werden. Auch beim Transport der Lebensmittel kann auf Nachhaltigkeit geachtet werden. „Buy local“ verkürzt die Wege.

  • Wer ganz sicher sein will, wählt Veranstaltungsorte, die ihre nachhaltige Arbeitsweise durch eine Zertifizierung nachgewiesen haben.

  • Kaffee und Tee können bei Bedarf auch nachgekocht werden. So wird weniger weggekippt. Es wäre ja schade drum, vor allem, wenn es fair gehandelte Produkte sind.

  • Es geht auch mal mit weniger Fleisch. Das Essen bei der oben genannten Veranstaltung war lecker vegetarisch und schmeckte auch Fleischliebhabern. Für sie war es „mal was anderes“.

Mehr Tipps und richtig tolle Checklisten mit den wesentlichen Kriterien finden sich in einer Broschüre des Bundesamtes für Umwelt. Verfügbar ist sie hier: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/ratgeber-leitfaden-fuer-die-nachhaltige.

 

Ganz ehrlich: Konventionell organisierte Veranstaltungen machen viel weniger Arbeit. Aber dafür bekommen nachhaltig denkende Gastgeber nicht nur ein gutes Gefühl, sondern positionieren sich als zukunftsorientiere Unternehmen – und bekommen nebenbei bestimmt auch so manches Kompliment von ihren Gästen.

 

Viel Erfolg beim nachhaltigen Organisieren und einen schönen August.

 

Über die Autorin:

 

Wiebke Brüssel ist Diplom-Betriebswirtin. Seit 2013 ist sie Geschäftsführende Gesellschafterin des Strategiebüro Nord.

 

Wir arbeiten für Unternehmen und Organisationen im privaten und öffentlichen Bereich.

Unsere Leistungen sind vielfältig und umfassen strategische Masterpläne oder die Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen, aber auch Projektplanung und -begleitung oder die Zusammenstellung von Konzepten. Wir kümmern uns auch um individuelle Fragestellungen wie zum Beispiel die Verbesserung der internen Kommunikation.

 

Dabei legen wir großen Wert auf Transparenz und erarbeiten vieles in Workshops. Die Ergebnisse stellen wir in einer ansprechenden Dokumentation für Entscheider, Unterstützer und Geldgeber zusammen.

 

Auch Gründer und Firmen, die noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen, sind bei uns gut aufgehoben: Wir kennen uns aus mit Businessplänen, Geschäftsstrukturen und Organisation. Auch das Thema „Förderung“ sprechen wir aktiv an.

 

Wenn es um „Digitalisierung“ und „Industrie 4.0“ geht, finden wir gemeinsam genau die Maßnahmen, die in Unternehmen oder Organisation den größten Nutzen bringen. So sorgen wir für Sicherheit bei Entscheidungen und Investitionen.

 

Wir sind Mitglied des Digitalisierungs-Beraterpools der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH.

 

Kontakt:

 

Strategiebüro Nord GbR
Tel. 0421 – 69 20 99 68

bruessel@strategiebuero-nord.de
www.strategiebuero-nord.de


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Dieser Beitrag erschien im Juli 2019 auf den Exxtra Seiten Bremen
(
www.exxtraseiten.de).

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