Digitalisierung ist kein Allheilmittel

Heiko H. Stutzke

März 2019

 

Die tolle App auf dem Mobiltelefon zu haben, das ist schon was. Der tropfende Wasserhahn ist damit aber noch lange nicht repariert.

Dieser triviale Vergleich zeigt ein grundlegendes Problem, das im Hype um digitale Techniken und Möglichkeiten so gut wie gar nicht adressiert wird: Digitalisierung ist kein Allheilmittel. Die reale Welt besteht noch aus vielen weiteren Elementen, die unser Zusammenleben und unsere Wirtschaftsleistung erst möglich machen. Wir sehen das zum Beispiel, wenn die junge, im digitalen Zeitalter aufgewachsene Generation die betriebliche Wirklichkeit kennenlernt und beide Seiten feststellen, dass die erfolgreich praktizierte Kommunikation mit WhatsApp und Instagram nicht ausreicht, um den Job gut zu machen.

 

Große Teile unserer Infrastruktur sind und bleiben „analog“ und erfordern auch entsprechende Qualifikationen – vom Straßenbauer bis zur Krankenschwester und vom Psychologen zur Klempnerin. Digitalisierung ist dabei das, was (analoge) Werkzeuge schon immer waren: ein Hilfsmittel. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

 

Die Digitalisierung hilft uns, besser zu werden, schneller und effektiver. Dafür ist sie unverzichtbar, und Deutschland muss im internationalen Kontext eine Menge mehr tun, damit unser Land auch künftig im Wettbewerb bestehen kann.

 

Unternehmer, die vor der Frage stehen, wie sich der Betrieb in Zukunft weiterentwickeln soll, können aber nicht einfach irgendwo loslegen – eine Strategie ist gefragt, um zunächst genau die Bereiche zu identifizieren, die das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis haben. Außerdem gilt es, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Prozesse und verbundene Partnerunternehmen ebenfalls auf den gemeinsamen Weg zu bringen. Diese unternehmerische Verantwortung ist ein unverzichtbares Element von Innovation. Das Beherrschen der entstehenden digitalen Anwendungen, gern von der jungen Generation für sich in Anspruch genommen, kommt erst danach, lässt sich aber durch Aus- und Weiterbildung sehr gut regeln. Insgesamt kann so sichergestellt werden, dass die Investition von Geld und Zeit in die Digitalisierung gut angelegt ist.

 

Das gilt übrigens auch für Schulen. Es muss glasklar sein, was wir mit der technischen Ausstattung unserer Bildungseinrichtungen erreichen wollen und welche Ziele für Schüler und Lehrer gelten sollen. Eines davon könnte sein, die persönliche digitale Blase zu verlassen und eine gute Balance zu finden zwischen analoger und digitaler Welt. Dann klappt’s auch künftig mit der Reparatur des Wasserhahns.

 

Über den Autor:

 

Dr. Heiko H. Stutzke ist Diplom-Ökonom und seit 2013 Geschäftsführender Gesellschafter des Strategiebüro Nord.

 

Wir arbeiten für Unternehmen und Organisationen im privaten und öffentlichen Bereich.

 

Unsere Leistungen sind vielfältig und umfassen strategische Masterpläne oder die Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen, aber auch Projektplanung und -begleitung oder die Zusammenstellung von Konzepten. Wir kümmern uns auch um individuelle Fragestellungen wie zum Beispiel die Verbesserung der internen Kommunikation.

 

Dabei legen wir großen Wert auf Transparenz und erarbeiten vieles in Workshops. Die Ergebnisse stellen wir in einer ansprechenden Dokumentation für Entscheider, Unterstützer und Geldgeber zusammen.

 

Auch Gründer und Firmen, die noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen, sind bei uns gut aufgehoben: Wir kennen uns aus mit Businessplänen, Geschäftsstrukturen und Organisation. Auch das Thema „Förderung“ sprechen wir aktiv an.

 

Wenn es um „Digitalisierung“ und „Industrie 4.0“ geht, finden wir gemeinsam genau die Maßnahmen, die in Unternehmen oder Organisation den größten Nutzen bringen. So sorgen wir für Sicherheit bei Entscheidungen und Investitionen.

 

Wir sind Mitglied des Digitalisierungs-Beraterpools der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH.

 

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