Nordpol digital

Wiebke Brüssel
November 2017

 

Wir sind bereits mitten in der Vorweihnachtszeit. Auch in diesem Jahr werden die Datenleitungen wieder glühen, wenn alle ihre Weihnachtsgeschenke online bestellen. Inzwischen hat sich selbst der Weihnachtsmann mit dem Thema „Digitale Transformation“ beschäftigt und schon früh in diesem Jahr ein großes Projekt gestartet: „Nordpol digital“. Folgende Neuerungen wurden dafür eingeführt:

  • Die Artig/Unartig-Daten aller Kinder wurden in einer Datenbank erfasst. So ist inzwischen für jedes Kind ein Artig/Unartig-Profil entstanden.

  • Die jetzt eingehenden Wunschzettel der Kinder werden im Posteingang gescannt und per Schrifterkennung mit den jeweiligen Kindernamen und -adressen versehen. Ein Algorithmus ermittelt dann auf Basis der Artig/Unartig-Datenbank, ob die Wünsche in die Produktion übernommen werden. Ist das Ergebnis „unartig“, wandert der Wunschzettel ohne weitere Bearbeitung ins Archiv.

  • Die Datenbank steuert auch die Produktion. So wird sichergestellt, dass nur für artige Kinder produziert wird.

  • Zusätzlich wurde der Rentierstall digitalisiert. In den Stallboden wurde eine Plattform eingebaut, die ständig Gewicht und Energiebedarf der Tiere ermittelt. Danach wird das Futter gramm-genau ausgegeben. So sollen die Futterkosten erheblich gesenkt werden. Außerdem wurde ein individuelles Fitness-Programm für jedes Rentier erstellt. Die Gewichtsdaten und Fitness-Vorgaben fließen in eine App. Ein Hufband an jedem Rentier misst, ob die Fitness-Vorgaben eingehalten werden.

Auch der Weihnachtsmann ist also in der digitalen Welt angekommen. Trotzdem musste er schon in der Testphase feststellen, dass „Nordpol digital“ in dieser Form nicht funktioniert – und zwar aus folgenden Gründen:

  • Als Geschäftsführer des Unternehmens „Weihnachten“ traf der Weihnachtsmann alle Entscheidungen allein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – hier als „Elfen“ bezeichnet – waren nicht beteiligt. Ihre Kenntnisse über Trends bei Kinderwünschen und vor allem ihre Erfahrungen wurden nicht einbezogen.

  • Ein Abgleich der Datenbasis zeigte, dass nur sehr wenige Kinder Geschenke bekommen würden. Der Algorithmus setzte die Profildaten der Kinder bereits bei drei sogenannten Regelverstößen pro Jahr auf „unartig“. Auf „Verzeihen“ und Löschen der Regelverstöße war der Algorithmus nicht programmiert.

  • Die Rentiere verweigerten das Futter. Es musste ein Experte für Rentier-Psychologie eingeflogen werden. Er stellte fest, dass die Rentiere einen Mangel an Wertschätzung und Vertrauen beklagten. Deshalb hatten sie beschlossen, zu streiken. Der geplante weihnachtliche Geschenketransport per Schlitten war ernsthaft gefährdet.

Jetzt musste schnell gegengesteuert werden. Der Weihnachtsmann bildete ein Strategieteam mit den erfahrensten Elfen und Vertretern der Rentiere. Gemeinsam stellten sie fest, dass die neuen datengesteuerten Produktionsanlagen den Elfen viel Arbeit abnehmen würden. Lediglich die Datenbasis und –pflege müsste angepasst werden. Nur mit Vergangenheitsdaten wäre eine zukunftssichere Produktion nicht möglich.

 

Ab sofort übernehmen die Elfen die Datenverarbeitung. Weiche Faktoren wie „Bereuen“ und „Verzeihen“ werden berücksichtigt. Trends auf dem Geschenke-Markt werden beobachtet und in das System eingepflegt.

 

Die Rentiere haben ihren Streik umgehend beendet. Ihr Ziel heißt: „Fit für die Weihnachtsnacht“. Den Weg dahin dürfen sie selbst bestimmen. Das Hufband wollen sie trotzdem behalten und ab und zu – nur zum Spaß – kleine Wettbewerbe veranstalten.

 

Übrigens: Nachdem beschlossen wurde, dass zukünftige Entwicklungen gemeinsam im Team erfolgen, soll die Arbeitsatmosphäre am Nordpol jetzt besser sein als je zuvor. Und so können wir uns alle auf ein fröhliches Fest und leuchtende Kinderaugen freuen.

 

Ich wünsche allen eine schöne Weihnachtszeit.

 

Über die Autorin:

 

Wiebke Brüssel ist Diplom-Betriebswirtin. Seit 2013 ist sie Geschäftsführende Gesellschafterin des Strategiebüro Nord.

 

Wir arbeiten für Unternehmen und Organisationen im privaten und öffentlichen Bereich.

 

Unsere Leistungen sind vielfältig und umfassen strategische Masterpläne oder die Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen, aber auch Projektplanung und -begleitung oder die Zusammenstellung von Konzepten. Wir kümmern uns auch um individuelle Fragestellungen wie zum Beispiel die Verbesserung der internen Kommunikation.

 

Dabei legen wir großen Wert auf Transparenz und erarbeiten vieles in Workshops. Die Ergebnisse stellen wir in einer ansprechenden Dokumentation für Entscheider, Unterstützer und Geldgeber zusammen.

 

Auch Gründer und Firmen, die noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen, sind bei uns gut aufgehoben: Wir kennen uns aus mit Businessplänen, Geschäftsstrukturen und Organisation. Auch das Thema „Förderung“ sprechen wir aktiv an.

 

Wenn es um „Digitalisierung“ und „Industrie 4.0“ geht, finden wir gemeinsam genau die Maßnahmen, die in Unternehmen oder Organisation den größten Nutzen bringen. So sorgen wir für Sicherheit bei Entscheidungen und Investitionen.

 

Wir sind Mitglied des Digitalisierungs-Beraterpools der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH.

 

Kontakt:

 

Strategiebüro Nord GbR
Tel. 0421 – 69 20 99 68

bruessel@strategiebuero-nord.de
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Twitter: @StrategieNord

Dieser Beitrag erschien im November 2017 auf den Exxtra Seiten Bremen
(
www.exxtraseiten.de).

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