Produkte mit integrierter Entsorgungsanleitung

Dr. Heiko H. Stutzke

März 2020

 

Die meisten Produkte, die wir heute verwenden, müssen eine Vielzahl von Anforderungen erfüllen: Sie sollen lange zuverlässig tun, wofür sie hergestellt wurden, aber auch komfortabel und kompakt sein, schick aussehen und sich am besten melden, bevor ein Defekt auftritt. Sie sollen im (WLAN-)Netzwerk und mit dem Internet verbunden sein, immer auf dem neuesten Stand und miteinander kommunizieren. Und sie sollen in der Produktion und bald auch auf der Straße weitgehend selbständig agieren.

Um all diese Funktionen zu ermöglichen, enthalten Güter und Gebrauchsgegenstände heute eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien. Es geht dabei - unter anderem - um Metalle, Seltene Erden und Kunststoffe. Diese sind oft so miteinander verbunden, dass ein gezielter Austausch einzelner Teile oder die Demontage schwierig ist - oder gar unmöglich. Das wird freilich erst dann zu einer echten Herausforderung, wenn sie am Ende ihrer Lebensdauer angekommen sind. Dann nämlich stellt sich die Frage, wie eine Verwertung erreicht werden kann, ohne dass enthaltene Stoffe verbrannt werden oder auf der Deponie landen. Das ist heute leider noch viel zu oft der Fall. Ziel muss es jedoch sein, die enthaltenen Materialien wieder in den Stoffkreislauf zurückzubringen.

 

Wie wäre es also, wenn jedes Produkt grundsätzlich nicht nur für seine Funktion, sondern auch für die spätere Entsorgung optimiert würde? Unser Konzept für „Produkte mit integrierter Entsorgungsanleitung“ macht das möglich:

 

1

 

Das Design jedes Produkts wird so ausgelegt, dass eine sinnvolle Demontage und Verwertung mit vergleichsweise einfachen Mitteln möglich ist.

 

 

 

2

 

Die enthaltenen Materialien und Grundstoffe werden mengenmäßig erfasst und gespeichert.

 

 

 

3

 

Neben dem Konstruktionsplan wird auch ein Entsorgungsplan mit einem geeigneten Detaillierungsgrad erstellt.

 

 

 

4

 

Das Produkt wird dann mit diesen Informationen in einer „Entsorgungs-Datenbank“ erfasst. Es bekommt einen QR-Code, über den die Entsorgungsanleitung bei Bedarf webbasiert aufgerufen werden kann.

       

Das klingt so einfach wie sinnvoll, ist aber zweifellos eine komplexe Angelegenheit. So wird zum Beispiel auch eine gesetzliche Grundlage benötigt, die das Ganze (EU-weit) regelt und die Kennzeichnung zur Pflicht macht. Copyrights und andere Rechte sind zu schützen. Und sicher gibt es noch eine Menge mehr zu planen.

 

Eines können wir mit diesem Konzept aber sicher erreichen: Wir kommen einer echten Kreislaufwirtschaft einen großen Schritt näher, und die Entsorgungsindustrie wird noch stärker als bisher zum Rohstofflieferanten.

 

Über den Autor

 

Dr. Heiko H. Stutzke ist Diplom-Ökonom und Geschäftsführender Gesellschafter des Strategiebüro Nord.

 

Das Strategiebüro Nord arbeitet für Unternehmen und Organisationen im privaten und öffentlichen Bereich, für Gründer und für Firmen am Anfang ihrer Entwicklung.

 

Dabei geht es um individuelle Fragestellungen, die sich oft aus den Trends unserer Zeit ergeben. Hierfür entwickeln wir lösungsoffen und teamorientiert strategische Maßnahmen und Ziele, die langfristig den Erfolg sichern.

 

Download und Nutzungsrechte

 

Alle Rechte für unsere Beiträge und die verwendeten Bilder liegen, soweit nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, beim Strategiebüro Nord.

 

Wir freuen uns, wenn Sie Beiträge und Bilder für Ihre persönliche Information nutzen, sie zitieren oder verlinken. Wenn Sie unsere Beiträge oder die Bilder jedoch (ganz oder teilweise) für gewerbliche Zwecke verwenden, in elektronische Medien einstellen oder weitergeben wollen, bitten wir Sie, hierfür unsere schriftliche Genehmigung einzuholen.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Strategiebüro Nord GbR