Eine Schule für alle!

Heiko H. Stutzke

Januar 2017

 

Die Zukunft Bremens ist abhängig vom Erfolg seines Bildungssystems

 

Über Bildung wird in Bremen viel geredet dieser Tage: Ganztagsschulen, Oberschule und Gymnasium, Inklusion und Integration sind nur einige der Themen, die immer wieder für Diskussionsstoff sorgen. Vielfach stehen dabei Detailfragen auf der Tagesordnung, die vom baulichen Zustand unserer öffentlichen Schulen über Ausstattung und Technik bis zu den Lehrplänen reichen. Das ist alles gut und richtig. Aber gibt es auch einen „Masterplan“, wie Schule in Zukunft aussehen soll?

 

Betrachten wir „Bildung“ doch einmal von der volkswirtschaftlichen Seite. Bremen verfügt als Stadtstaat nur über einen einzigen „Rohstoff“, den es auf dem Markt anbieten kann: Seine Menschen mit ihren Fähigkeiten. Sie stellen den weitaus größten Teil der Arbeitnehmer und Manager, die in den Betrieben und Unternehmen den Wohlstand unserer Metropolregion erarbeiten (einige werden auch die künftigen Lehrer).

 

Das können sie aber nur, wenn sie auch über die geforderte Qualifikation – also Bildung und Ausbildung – verfügen, um die jeweiligen Anforderungen erfüllen zu können. In einer Zeit, in der die Anzahl verfügbarer Arbeitskräfte kleiner und Menge des geforderten Wissens größer wird, kann das in der Zukunft zu einem echten Problem werden. Was passiert denn, wenn Bremen den Bedarf nicht decken kann oder andere Regionen mehr zu bieten haben? Die Antwort darauf ist unerfreulich: Unternehmen (und genauso auch Lehrkräfte) werden abwandern oder sich gar nicht erst ansiedeln. In der Konsequenz steht unsere Zukunft auf dem Spiel. Aber Bremen als „Provinz“ mag sich wohl niemand vorstellen.

 

Was also ist zu tun?

 

Die Lösung ist im Grunde simpel: Das Qualifikationsangebot muss die entsprechende Nachfrage decken und zusätzlich bereits kommende Anforderungen berücksichtigen. Digitalisierung und Globalisierung sind dabei nur zwei Themen, die besondere Aufmerksamkeit erfordern. Eine weitere „Nebenbedingung“ ist, ein Bildungsniveau zu erreichen, das den Arbeitskräftemarkt in Bremen auch im Vergleich zu anderen Regionen wirklich attraktiv macht.

 

Volkswirtschaftlich gesehen geht es also nicht darum, unsere Kinder auf eine von mehreren möglichen Schulformen zu schicken. Es geht darum, jedem einzelnen Kind im Rahmen seiner Fähigkeiten die bestmögliche Ausbildung zu geben. Und es spielt überhaupt keine Rolle, ob an der Schule „Gymnasium“ steht oder „Oberschule“.

 

Zwei wichtige Schritte sind notwendig, um Schule weiterzuentwickeln:

 

1

 

Der in unserer Gesellschaft überall zu beobachtende Trend zur Individualisierung muss auch in der Schule noch stärker Einzug halten – mit individuellen Lehrplänen und denjenigen Medien, die bestmöglich auf das Kind eingehen. Ziel muss es sein, durch Fördern und Fordern das jeweils höchstmögliche Niveau zu erreichen.

 

 

 

2

 

Die verpflichtende Bindung an ein System mit alternativ 12 oder 13 Ausbildungsjahren ist dabei eher hinderlich und durch ein flexibles – individuelles – Vorgehen abzulösen. Letztlich ist es nicht von Bedeutung, ob ein Kind nach 12 oder nach 13 Jahren mit dem Abschluss in der Tasche die Schule verlässt, solange die angestrebte bzw. den Fähigkeiten entsprechende Qualifikation erreicht wird. Beim Einstieg ins Berufsleben geht es nämlich genau darum.

 

Diese Flexibilisierung erfordert allerdings, so seltsam es zunächst klingen mag, ein hohes Maß an Standardisierung im Schulsystem. Nur einheitliche Prozesse, aber auch ein gemeinsames Verständnis über „Schule“ ermöglichen allen Beteiligten erst die Flexibilität für eine wirklich individuelle Förderung. Schul-Manager und Lehrkräfte sind also genauso gefordert wie die Schülerinnen, Schüler und Eltern.

 

Ein strategisch ausgerichteter „Masterplan Schule in Bremen“ kann hier den notwendigen Rahmen festlegen und durch eine sinnvolle Struktur gleichzeitig dafür sorgen, dass angestrebte Ziele auch innerhalb des Zeitplans erreicht werden.

 

Das ist keine leichte Aufgabe. Für die Zukunft Bremens ist sie jedoch eine höchst sinnvolle Perspektive.

 

Über den Autor

 

Dr. Heiko H. Stutzke ist Diplom-Ökonom und Geschäftsführender Gesellschafter des Strategiebüro Nord.

 

Das Strategiebüro Nord arbeitet für Unternehmen und Organisationen im privaten und öffentlichen Bereich, für Gründer und für Firmen am Anfang ihrer Entwicklung.

 

Dabei geht es um individuelle Fragestellungen, die sich oft aus den Trends unserer Zeit ergeben. Hierfür entwickeln wir lösungsoffen und teamorientiert strategische Maßnahmen und Ziele, die langfristig den Erfolg sichern.

 

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